Zur 2. Aufgabe unserer neuen Serie von kreativ@home (insgesamt der 26.) sind diesmal 9 Bilder eingetroffen und dazu die jeweiligen Ausgangswerke.
Die Aufgabe lautete:
»Male ein Bild im Stil des Pointillismus! Wähle dazu ein eigenes Bild oder Foto als Vorlage.«
Dazu gab es 1 Werk des französischen Malers Georges Seurat sowie 4 vergrößerte Ausschnitte als Anregung.
7 MalerInnen erfreuten mich diesmal mit Bildern: Dana (mit ihrer Tochter Alžběta), Sirgrid, Ursula, Dieter, Barbara und Marlene sowie Grete, die ich in Hofern besucht habe, um mit ihr gemeinsam zu malen.
Marlene hat ohne Vorbild (deshalb habe ich ihr Werk auch als Titelnbild gewählt) spontan und augenzwinkernd ein pointilistisches Bild zur »Corona-Pandemie« gemalt, die uns alle immer noch gefangen hält. Ein perfekt ausgeführtes Porträt ihrer Katze, die scheinbar am »Heimeligen« des Rückzugs Gefallen findet.
Von Dana kam mit ihrer Sendung auch wieder ein Werk ihrer Tochter Alžběta: sie malte einen flott getupften Blumenstrauß, die Blätter und Blüten sind gut erkennbar, besonders, wenn man den Blick »unscharf« stellt. Dana wählte ein Landschaftsaquarell als Vorlage und gestaltete den herbstlichen Wald mit den Felsen sehr gekonnt: indem sie hauptsächlich die Primärfarben Gelb, Magenta und Cyan verwendete und für die Betonung der Schatten ein dunkles Blau und Ocker einsetzte, erreichte sie den glitzernden Lichteffekt, der allen pointilistischen Bildern eigen ist.
Dieter schickte mir das Porträt eines Hundes, einem Dackel, der mich mit großen Augen anschaut ;-). Die pointilistische Übertragung wäre ein guter Entwurf für ein Mosaik, da Dieter die Punkte ziemlich groß und regelmäßig gemalt hat. Ein wenig noch den Boden anzudeuten, wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, damit der Hund nicht so »in der Luft schwebt«.
Auch Ursula war diesmal dabei: sie ging von ihrer in Miesenbach bei Birkfeld gemalten Landschaft aus. Sie hatte sich mit Sirgrid getroffen und schrieb mir: »… hatten wir einen schönen Abend mit vielen Punkten.« Sie hat sehr gut erfasst, dass die Helligkeit von Farbflächen von der Größe und Dichtheit der Punkte abhängig ist. So heben sich die Berge in der Ferne wunderbar vom Vordergrund ab.
Sigrid hatte zuerst gedacht »Nix für mich. Doch dann einen Blick riskiert … Ein altes Zeichenstiftblatt in Orange hat mich dann angeblinzelt. Hier der Versuch, mit den brush pens meiner Tochter …
Man sieht meine kleine Geduld.« Da muss ich widersprechen, denn trotz der angedeuteten Ungeduld hat sie das Leuchten der Gegenstände sehr gut herausgearbeitet.
Barbara hat ein selber gemaltes Frühlings-Blumenstöckl umgestaltet. Und wie wir Barbara kennen: auch sie hat »eine kleine Geduld« 😉. Der Topf, die Blätter und besonders der zarte Hintergrund sind ihr sehr gut geglückt. Die Blütenköpfe jedoch hätten ein bisschen mehr Sorgfalt verdient. Im ursprünglichen Bild ist die längliche Form der einzelnen Blütenblätter und der Schatten hinter den Staubgefässen gut erkennbar, in der getupften Version verschwimmt alles zu einem Art Wollknäuel, auch die hübschen Härchen gingen verloren. Einige kleinere dunkle Punkte hätten da sicher geholfen, um diese Charakteristika zu betonen.
Die letzten beiden Bilder entstanden bei Grete, die ich wieder besucht habe. Sie nahm als Vorlage einen Tulpenstrauß und ich (weil ich vergessen hatte ein eigenes Werk mitzunehmen) ihr schönes Sonnenblumenaquarell. Auch wir beide hatten verschiedenste Stifte parat, haben uns aber dann doch aufs Aquarellmalen mit der Pinselspitze beschränkt. Grete hat ein sehr schön arrangiertes Hochformat gestaltet, bei dem sie den Hintergrund luftig zart ausgetupft hat.
Gretes Sonnenblumen-Bild, in dessen Glasrahmen sich im Vordergrund der Küchentisch spiegelte, diente als Anregung für meine Komposition: Meine Blumen in der blauen Vase wirken ziemlich realistisch.
Grete und ich haben (so wie Ursula und Sigrid vermutlich auch) diesmal viel geredet, während wir die Farben auftupften. Es war eine Art meditative Tätigkeit in einer sehr angenehmen Stimmung, bei der es sich gut plaudern ließ. Dies fiel mir auf, weil ich sonst beim Malen immer konzentriert und still vor mich hin arbeite.
Ich hoffe, ihr habt alle bei dieser Aufgabe eine so beruhigende Wirkung gespürt. Wobei es wieder ein Eintauchen in eine neue Sichtweise war, oder?
Hier folgt nun die nächste Aufgabe für die Folge kreativ@home’22_27
Mit dem Post-Impressionismus beginnt die Ära der Modernen Malerei. Als einer der Begründer gilt ein Maler, den ihr sicherlich alle kennt: Vincent van Gogh, 1853 geboren in Holland, 1890 gestorben in Frankreich. Anfangs malte er realistisch in dunklen Farben, studierte dann den französischen Impressionismus, hellte seine Palette auf und arbeitete auch im Stil des Pointillismus. Bis er in Arles sein „Atelier des Südens“ gründete und dort zu der Malweise fand, die ihn zu Lebzeiten zwar nicht erfolgreich, nach seinem Tod aber berühmt machte. In reinen hellen Farben arbeitete er – fast immer vor seinem Motiv – schnell, spontan und ohne größere Korrekturen im Nachhinein.
Als Anregung hier 2 Werke:

Ihr könnt gern wieder nach einer eigenen Vorlage arbeiten oder ohne (wie Marlene zuletzt). Nicht nur das Motiv ist frei (vielleicht ein Blick aus dem Fenster? … ein österliches Motiv oder ein Selbstportät?) – auch die Technik: statt Aquarell- wären auch Acryl-, Deckfarben oder wasservermalbare Kreiden möglich.
Sendet mir eure Bilder innerhalb der nächsten 2 Wochen, also bis spätestens 8. 4., per Mail (bitte im Betreff: kreativ@home–27 eintragen). Weiter geht es dann wie immer … 😉
Bedenkt bitte, dass ich für die Bilderbearbeitung und den Text Zeit benötige.
Ich möchte den Rückblick und die 3. Aufgabe zu Osten auf die Website stellen!
Ich freue mich auf eure zahlreiche Beteiligung!